Münchener Arbeitsgruppe für körperorientierte Psychotherapie
Destouchesstr. 14
80803 München
Tel.: 089 / 271 21 26
Fax: 089 / 271 65 84
Email: info@mak-fortbildung.de

Allgemeine Informationen über das 3-jährige Weiterbildungsprogramm

Weiterbildung in Körperorientierter Psychotherapie

Das neue Weiterbildungsprogramm ermöglicht ein systematisches Erlernen unserer körperpsychotherapeutischen Behandlungsmethode und deren Anwendung auf spezifische Störungsbilder. Dabei wird sowohl der Einsatz der Methode im Rahmen von Kurzzeittherapie als auch von Langzeitpsychotherapie berücksichtigt. George Downing wird in jedem Baustein ein fünftägiges Seminar unterrichten. Die beiden dreitägigen Seminare werden jeweils von seinen langjährigen Mitarbeiterinnen Elisabeth Breit-Schröder und Andrea Opitz-Gerz gehalten.

Zulassung:

Die Weiterbildungsprogramme sind offen für PsychologInnen, ÄrztInnen und SozialpädagogInnen mit Tätigkeit im psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich. Erfahrung in psychotherapeutischer Arbeit wird vorausgesetzt.

Struktur der Weiterbildung:

Die neue Weiterbildung ist als Baustein-System konzipiert.

Die Absolvierung aller Bausteine, wenn sie unmittelbar nacheinander belegt werden, umfasst einen Zeitraum von drei Jahren.

Wer alle Bausteine I – VI absolviert, erhält das Zertifikat der 3- jährigen Weiterbildung in Körperorientierter Psychotherapie.

Wer bereits Seminare in körperorientierter Psychotherapie bei George Downing bzw. seinen Mitarbeiterinnen, oder in einer anderen körperpsychotherapeutischen Methode absolviert hat, kann diese auf Anfrage angerechnet bekommen.

Die Teilnehmer müssen sich nur für die Teilnahme jeweils eines Bausteins (3 Seminare) verbindlich anmelden und können später entscheiden, ob sie weitere Bausteine belegen möchten.

Jeder Baustein kann auch einzeln und unabhängig von den anderen Bausteinen absolviert werden. In diesem Fall wird eine Teilnahmebescheinigung für den jeweiligen Baustein ausgestellt.

Alle Seminare finden entweder in München oder im Großraum München statt.

» Baustein I: Grundlagen der körperorientierten Psychotherapie

Seminar 1: Die Integration von körperbezogenen Interventionen in die verbale Arbeit

  • Einführung ins Modell der körperorientierten Psychotherapie
  • Entwicklung der Konzeptes: von affektmotorischen Schemata zur Idee der Körperfähigkeiten
  • Bedeutung der Forschung über frühkindliche Entwicklung und frühe Eltern-Kind –Interaktion
  • Körpertherapie als wichtiger Schlüssel zu Erlebnisaktualisierung und unbewussten inneren Prozessen und Schemata
  • Indikation und Voraussetzungen für den Einsatz der verschiedenen Arten von Körpertechniken
  • Systematischer Aufbau einer körperorientierten Intervention : Übergänge von verbaler zu körperorientierter Arbeit
  • Arbeit mit Körperempfindungen, Haltung, Gesten und Bewegungen, szenischer Darstellung eines inneren Geschehens oder einer Beziehungserfahrung
  • Demonstration und Einüben verschiedener Körpertherapietechniken
  • Einbettung körperorientierter Interventionen in laufende Beratungs- und Therapieprozesse

Seminar 2: Emotionen und Körper

  • Einige Forschungsergebnisse aus Neuropsychologie und Emotionsforschung
  • Konzept der Körperabwehr von Gefühlen und therapeutischer Umgang damit
  • Körpertherapeutische Arbeit mit verschiedenen emotionalen Bereichen: z.B. mit Trauer, Ärger, Angst, Scham, Sehnsucht, Freude
  • Körperbezogene Interventionen zur Wahrnehmung, Differenzierung und Akzeptanz von Gefühlen sowie zur Öffnung und Vertiefung von Gefühlsprozessen
  • Körperlicher Ausdruck von Gefühlen: Von Mikroschritten zum vollen Ausdruck
  • Körpertechniken zur Begrenzung und Regulation negativer Emotionen, insbesondere von Angst, überwältigender Trauer und Verzweiflung sowie Wut
  • Verschiedene Möglichkeiten mit der Atmung zu arbeiten sowie Umgang mit unterschiedlichen Reaktionen auf die Atemarbeit
  • Indikation und Kontraindikation für die Arbeit mit vertiefter Atmung
  • Demonstration und Einüben eines Repertoires an grundlegenden Körpertechniken im Sitzen, Stehen oder Liegen bei der Arbeit mit Emotionen
  • Kasuistik

Seminar 3: Interaktion, Mentalisierung und Körper

  • Ursprüngliche Fassung des Konzepts der Mentalisierung von Fonagy, Steele, & Steele
  • Weitere Ausarbeitungen des Mentalisierungs– Konzepts
  • Ergebnisse der Bindungsforschung und angrenzender Gebiete über die Entwicklung von Mentalisierung bei Kindern
  • Das Konzept des „prozeduralen Kerns“ („procedural core“): ein in der Entwicklung erworbenes Repertoire, den Körper in die Interaktion einzubringen
  • Video – Beispiele von Eltern-Säuglings-Interaktionen und Eltern-Kind-Interaktionen, die den prodeduralen Kern formen
  • Die verschiedenen Beziehungen zwischen dem prozeduralen Kern und Mentalisierungsfähigkeiten im Verlauf der kindlichen Entwicklung
  • Hypothesenbildung über den prozeduralen Kern und die Mentalisierungsfähigkeiten eines Patienten
  • Körperbezogene Techniken zur Veränderung des prozeduralen Kerns
  • Techniken zur Veränderung von Mentalisierungsfähigkeiten
  • Wege, die Arbeit mit dem prozeduralen Kern und mit Mentalisierung zu koordinieren.
» Baustein II: Spezifische Störungsbilder und Körperpsychotherapie

Seminar 1: Psychosomatik

  • Überblick über allgemeine Konzepte zu psychosomatischer Symptombildung: Der psychische „Gewinn“ der Externalisierung. Der Körper als Beziehungsobjekt. Alexithymiehypothese.
  • Bedeutung eines körperorientierten Vorgehens im Dienste von Stressreduktion und Erweiterung der Körpererfahrung
  • Passivität, Hilflosigkeit und Klagehaltung als Herausforderung für die therapeutische Beziehung
  • Psychosomatische versus somatopsychische Zusammenhänge
  • Bedeutung der Entwicklung realistischer Ziele
  • Beispiel : Schmerzstörung
    • Hypothesen zur Entstehung : Bedeutung von Trauma
    • Kontext des Symptoms: interaktionelle Bedeutung
    • Körperorientierte Exploration und Erweiterung des „Schmerzdiskurses“
    • Konzept der Achtsamkeit, Arbeit mit Körperwahrnehmung und - empfindung
  • Beispiel: Ess-Störungen
    • Hypothesen zu früher Interaktion
    • Ebene der therapeutischen Zusammenarbeit
    • Körpertherapeutische Interventionen zur Unterstützung von Autonomie und Kontrolle

Seminar 2: Depression

  • Die Vielfalt der depressiven Symptomatik
  • Überblick über wichtige psychodynamische und lerntheoretische Konzepte zur Depressionsentstehung
  • Depression als Störung der Selbstwertregulation
  • Geschlechtsspezifische Morbiditätsrisiken
  • Depression und frühe Mutter-Kind-Beziehung
  • Verlust als Trauma und Verläufe komplizierter Trauer
  • Körpertherapeutische Techniken zur Mobilisierung positiver „Körpererinnerungen“
  • Körperorientierte Arbeit an negativen Kognitionen
  • Körpertechniken zur Unterstützung von Selbstwirksamkeit und Selbstbehauptung
  • Körpertechniken, die den Gefühlszugang ( Traurigkeit, Ärger etc.) erleichtern
  • Körpertechniken zur Verbesserung der interpersonalen Fähigkeiten

Seminar 3: Angststörungen

  • Therapieplanung: Rolle und Timing von körperbezogenen Techniken bei Angststörungen
  • Körperbezogene Techniken zur:
    • Exposition
    • Unterstützung interpersoneller Fähigkeiten
    • leichteren Mobilisierung positiver Emotionen
    • Transformation von frühkindlichen Schemata, die mit exzessiver Angst in Verbindung stehen
  • Spezifische Behandlungsfragen bei:
    • generalisierter Angststörung
    • sozialer Phobie
    • Trennungsangst von Kindern
    • Zwangsstörung
    • Panikstörung
  • Übertragung und Gegenübertragung bei der therapeutischen Arbeit mit Angstpatienten
» Baustein III: Spezifische Störungsbilder und Körperpsychotherapie

Seminar 1: Borderline-Störung

  • Grundsätzliches zu Persönlichkeitsstörungen
  • Diagnostische Unterscheidung der symptomatischen und der strukturellen Ebene
  • Borderline und Komplextrauma
  • Die therapeutische Beziehung als Ort intensiven Geschehens: Übertragungs- und Gegenübertragungsprobleme. Aufbau einer kooperativen Arbeitsbeziehung
  • Bedeutung des therapeutischen Rahmens. Umgang mit Grenzen
  • Betrachtung des Konzeptes der projektiven Identifikation
  • Bedeutung von Mentalisierung und Achtsamkeit
  • Körpertherapeutische Methoden zu Verbesserung von Selbststeuerung und Affektkontrolle: Regulation aversiver Gefühlszustände und Reduktion von Intensität
  • Körpertechniken zur Verbesserung der inneren Wahrnehmung und Regulation von Ärger
  • Körpertechniken zur Verbesserung der interpersonalen Fähigkeiten
  • Fragen der Behandlungsplanung: Zieldefinition und die Rolle der Körperarbeit

Seminar 2: Trauma

  • Überblick über zentrale Konzepte der Traumaforschung : Traumatischer Stress, Trauma und Gehirn, Trauma und Gedächtnis
  • Dissoziation
  • Traumafolgestörungen
  • Trauma-Reaktionen bei Kindern und Jugendlichen
  • Resilienzfaktoren
  • Körpertherapeutische Methoden der Stabilisierung und Stressreduktion
  • Körperbezogene Imaginationen
  • Kontrolle von Flashbacks und dissoziativen Zuständen
  • Körpertherapeutische Techniken zur Mobilisierung von Ressourcen
  • Körperbezogenen Techniken für ein strukturiertes, dosiertes Herangehen an die traumatische Erfahrung ( Trauma- Exposition)
  • Körperorientiertes Arbeiten an der – durch die Traumatisierung beeinträchtigten - Beziehungsfähigkeit : Setzen von Grenzen, Ausdruck von Gefühlen, Zulassen von Nähe und Distanz, ggf. Wiederaneignung von Sexualität (nächstes Seminar!)

Seminar 3: Sexualität

  • Sexualität als wesentlicher Themenbereich in jeder Langzeitpsychotherapie, auch bei Patienten ohne spezifische sexuelle Problematik
    • Unterschiede in den Therapiezielen bei Vorliegen oder bei Fehlen von sexuellen Problemen
  • Effektive Wege, den therapeutischen Dialog für sexuelle Themen zu öffnen
  • Verschiedene Aspekte der kindlichen Entwicklung, die die spätere erwachsene Sexualität beeinflussen
  • Relevante Techniken für die Bearbeitung sexueller Themen:
    • kognitive Techniken
    • körperbezogene Techniken
  • Übertragung und Gegenübertragung in Bezug auf sexuelle Themen
  • Spezifische Überlegungen in Bezug auf:
    • Patienten mit unverarbeitetem sexuellen Trauma
    • Patienten mit Substanz-Abhängigkeit
    • Patienten mit Psychose und Schizophrenie
    • Jugendliche Patienten
    • Patienten mit Abhängigkeit von Internet-Pornographie
    • Paartherapie
» Baustein IV

12 x 3 Stunden (= 12 x 4 UE) Supervision

» Baustein V

20 Stunden Selbsterfahrung als Einzeltherapie

» Baustein VI

Abschlusskolloquium 2 Stunden

Weitere Informationen unter Seminare und Termine.